Wissen
Einfache Sprache in Veranstaltungen
Vorträge, Versammlungen und Verwaltungstermine sind oft voller Fachsprache und langer Sätze. Einfache Sprache senkt diese Hürde. Der Artikel erklärt, was Einfache Sprache ist, wie sie sich von Leichter Sprache unterscheidet und wie sie live in Veranstaltungen eingesetzt werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache?
Leichte Sprache folgt einem festen Regelwerk (kurze Sätze, ein Gedanke pro Satz, Begriffe werden erklärt) und wird idealerweise von Prüfer:innen aus der Zielgruppe geprüft. Sie richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Einfache Sprache ist weniger streng geregelt: klarere Sätze, weniger Fachbegriffe, ein Sprachniveau etwa auf A2 bis B1. Sie hilft einer viel größeren Gruppe – Menschen mit geringer Lesekompetenz, mit Deutsch als Zweitsprache, oder schlicht allen bei komplexen Themen.
Automatische Vereinfachung, wie TextSpur sie anbietet, erzeugt Einfache Sprache – keine geprüfte Leichte Sprache. Diese Unterscheidung gehört zur ehrlichen Kommunikation dazu.
Wem Einfache Sprache bei Veranstaltungen hilft
- Menschen, die komplexe Fachvorträge oder Verwaltungssprache schwer verstehen
- Menschen mit Deutsch als Zweitsprache, für die das Original zu schnell ist
- Menschen mit Konzentrations- oder Lernschwierigkeiten
- allen Zuhörenden bei dichten, schnellen Passagen
Live-Vereinfachung mit KI: was geht, was nicht
Sprachmodelle können gesprochene Inhalte in Echtzeit vereinfachen: Die Untertitel laufen normal mit, und wer möchte, schaltet auf die vereinfachte Fassung um – bei TextSpur auf dem eigenen Smartphone, auf Wunsch auch vorgelesen über Kopfhörer.
Die Qualität hängt vom Modell ab. Wir vergleichen dafür regelmäßig zehn Sprachmodelle mit denselben Sätzen und denselben Metriken – die Ergebnisse sind offen einsehbar im Benchmark Einfache Sprache. Klar ist auch: Automatische Vereinfachung kann Inhalte verkürzen oder Nuancen verlieren. Sie ist ein zusätzliches Angebot neben dem Original, kein Ersatz dafür.
Praktisch umsetzen
Der Einstieg ist unspektakulär: Wer ohnehin Live-Untertitel anbietet, bekommt die Einfache Sprache als Option dazu – ohne zusätzliche Technik und ohne Mehrkosten. Teilnehmende entscheiden selbst, welche Fassung sie lesen. Ankündigen lohnt sich trotzdem: Ein Satz in der Einladung („Untertitel, Übersetzung und Einfache Sprache verfügbar") erreicht genau die Menschen, die sonst nicht kommen würden.